Existenzgründung & Selbstständigkeit

Auch das Nebengewerbe richtig versichern | andsafe Magazin

Viele Wege in die Selbstständigkeit führen zunächst über einen Nebenerwerb oder die Gründung eines Kleingewerbes. Doch auch wenn Sie Ihr Geschäft „nebenbei“ aufbauen, tragen Sie die volle Verantwortung für Ihr unternehmerisches Handeln. Mit welchen Versicherungen Sie welche Risiken abdecken können, erfahren Sie hier.

Ganz nebenbei selbständig – ist ein Klein- oder Nebengewerbe sinnvoll?

Wer hat nicht schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sich selbstständig zu machen, als Freiberufler zu arbeiten? Diese Sehnsucht hegen viele Menschen, manche setzen sie in die Tat um. Doch ein Unternehmen zu gründen, bedeutet auch, finanzielle und unternehmerische Risiken in Kauf zu nehmen. Da klingt es verlockend, das eigene Business erstmal als Nebengewerbe aufzubauen, um einerseits noch durch den Haupterwerb abgesichert zu sein und andererseits schon erste Erfahrungen in der Selbstständigkeit zu sammeln und Kontakte zu knüpfen.

Doch auch im Nebengewerbe können unvorhersehbare Dinge passieren. Wenn diese finanzielle Folgen nach sich ziehen, ruinieren sie schnell das neu gegründete Kleingewerbe. Sichern Sie Ihr Nebengewerbe also rechtzeitig ab. Welche Versicherungen für welchen Kleinunternehmer oder Freiberufler wichtig sind, hängt vom individuellen Fall ab. Wir geben Ihnen einen Überblick der geläufigsten Versicherungen, die für Ihr Nebengewerbe relevant sein können.

Eine existenziell wichtige Basis: die Haftpflichtversicherung

Als selbstständiger Unternehmer haben Sie das letzte Wort – und tragen die volle Verantwortung für jedes Missgeschick in Ihrer Firma. Für versengte Haare, verursachte Wasserschäden oder den Ausrutscher des Kunden im Geschäft. Unternehmer haften für Schäden, die Dritten durch Missgeschick und Co. entstehen – vom Bagatellschaden bis zum Millionenbetrag. Daher ist eine Haftpflichtversicherung existenziell wichtig, denn sie nimmt Ihnen als Unternehmer das Risiko von den Schultern, dass ein Fehler Ihr Geschäft ruinieren könnte. Sie schützt Sie vor Schadensersatzansprüchen Dritter.

Bei teuren Maschinen und Inventar: die Inhaltsversicherung

Ein Kurzschluss am Drucker kann schon die Ursache für einen Brand im Büro sein. Eine Inhaltsversicherung sichert Ihre Betriebsräume und das Inventar ab. Sie greift in der Regel dann, wenn Ihre Waren, Elektrogeräte oder Möbel Schaden nehmen. Ihr Inventar kann durch einen Brand, Leitungswasser oder Sturm und Hagel beschädigt oder bei einem Einbruch gestohlen werden. In schlimmen Fällen sind die Schäden so immens, dass der Betrieb des Nebengewerbes (zumindest vorübergehend) eingestellt werden muss. In solchen Fällen kommt die Inhaltsversicherung für Betriebsausfallkosten auf, sie übernimmt Ersatz- und Reparaturkosten.

Wenn es Streit gibt: die Rechtsschutzversicherung

Leider passiert es häufiger als es vielen Selbstständigen lieb ist: Sie geraten in einen Streit mit Geschäftspartnern, Lieferanten oder gar Kunden. Der Rechtsschutz sichert Sie ab, wenn Sie in gerichtliche und außergerichtliche Streitigkeiten im gewerblichen und/oder privaten Bereich geraten. Ein guter Rechtsschutz gibt Ihnen auch Sicherheit, säumige Kunden zur Zahlung zu bewegen – auf einen Rechtsstreit mit einer gut versicherten Partei mag es kaum jemand ankommen lassen. Die Versicherung kommt für Anwalts- und Prozesskosten auf. Der Rechtsschutz übernimmt die Kosten auch dann, wenn der Fall vor Gericht verloren wird. Einige Versicherer bieten sogar Unterstützung durch einen Mediator an, um gegebenenfalls eine außergerichtliche Einigung finden zu können.

In manchen Fällen notwendig: die Krankenversicherung

Die Krankenkassen ordnen eine Tätigkeit als Nebengewerbe ein, wenn sie maximal 15 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt. Für Angestellte bedeutet das, dass in diesem Rahmen in der Regel noch keine eigene Krankenversicherung abgeschlossen werden muss, sondern die Krankenversicherung aus der Haupttätigkeit ausreicht. Falls Sie mehr als 15 Stunden im Nebenerwerb arbeiten, kann es passieren, dass Sie sich freiwillig versichern müssen. Das geht auch bei einer privaten Krankenversicherung.

Regularien beachten: die Rentenversicherung

Bezüglich der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es verschiedene Regularien.

Wer muss nicht zahlen?

  • Im Allgemeinen sind Selbstständige nicht verpflichtet, Sozialversicherungsbeiträge zu leisten. Freiberufler, die in der Künstlersozialkasse pflichtversichert sind, müssen allerdings in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Existenzgründer können beantragen, von der Rentenversicherungspflicht befreit zu werden.

  • Solange Sie mit Ihrem Nebengewerbe unter der Summe von 400 Euro Zuverdienst im Monat liegen, müssen Sie keine Rentenversicherung abschließen.<br><br>

Wer muss zahlen?

  • Den Beitrag zur Rentenversicherung müssen die Selbstständigen zahlen, die im Großen und Ganzen für einen einzigen Auftraggeber arbeiten und keine sozialversicherungspflichtigen Angestellten haben. Denn das klingt nach einer Scheinselbstständigkeit. Und wenn diese in einer Prüfung bestätigt wird, besteht Sozialversicherungspflicht.

  • Für einige definierte Berufe gilt die Versicherungspflicht. Darunter fallen zum Beispiel Handwerker, Künstler, Lehrer und Erzieher – es sei denn, die Betroffenen beschäftigen versicherungspflichtige Arbeitnehmer, worunter auch Auszubildende zählen. Die Berufsbezeichnungen sind im Kontext mit der Rentenversicherungspflicht sehr weit gefasst. Es kann sich zum Beispiel um unterschiedlichste Lehr- und Erziehungstätigkeiten handeln. Informieren Sie sich daher bitte ausführlich, ob Sie betroffen sind.

Grundsätzlich gilt: Auch wenn Sie von der Sozialversicherungspflicht und damit von der Rentenversicherungspflicht befreit sein sollten, empfiehlt es sich, privat für das Alter vorzusorgen.

Wählen Sie die Versicherungen, die zu Ihrer Selbstständigkeit passen

Jedes Neben- oder Kleingewerbe ist anders und Ihr Versicherungsschutz sollte immer individuell auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtet sein. Prüfen Sie neben den Kosten für die Versicherung auch verstärkt das Leistungsangebot. Existenzgründer sollten das von Anfang an in die finanzielle Planung einbeziehen. Überprüfen Sie auch später regelmäßig Ihr Versicherungsportfolio und passen Sie es bei Bedarf an.

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No risk, more fun

Ob im Nebenerwerb, als Freiberufler oder Start-up: In der Planung der Existenzgründung sollten Unternehmer prüfen, wie sie sich gegen betriebliche Risiken absichern. Schließlich könnten diese das neue Geschäft gefährden. Die andsafe Betriebshaftpflichtversicherung sichert Sie ab.

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