Fahrradfahren im Winter: die wichtigsten Tipps für Radfahrer

Laut einer repräsentativen Umfrage fahren auch im Winter 28 Prozent der Menschen mit dem Fahrrad – viele andere stellen den Drahtesel in der kalten Jahreszeit lieber in den Keller. Doch was sollten Sie beim Radfahren im Winter beachten? Wie können Sie Ihr Rad winterfest machen, welche Kleidung ist die beste? Und ist Fahrrad fahren im Winter eigentlich gesund? Antworten finden Sie in diesem Magazinbeitrag.

Fahrradfahren im Winter: Wie kann man die Fahrweise am besten anpassen?

In der kalten Jahreszeit herrschen oft andere Bedingungen beim Fahrradfahren als im Sommer. Die Straßen und Radwege sind beispielsweise öfter nass, es liegen rutschige Blätter oder die Strecke ist mit Nässe überfroren. Unter solchen Bedingungen sollten Radfahrer anders fahren, als sie es im Sommer tun. Einige Tipps für das Radfahren in den kalten Tagen:

  • Abstand zu anderen Radfahrern halten: Auch diese fahren mit erhöhtem Risiko und somit bleibt mehr Zeit, in Gefahrensituationen entsprechend zu reagieren.
  • Mit weniger Tempo fahren: In einer Gefahrensituation können Radfahrer mit langsamerem Tempo besser und schneller bremsen. Und sollte doch etwas passieren, ist das Risiko von schwereren Verletzungen geringer.
  • Fahrweise in Kurven: In Kurven sollten Fahrradfahrer nicht bremsen und auch nicht treten – vor allem nicht bei Glätte oder einer festen Schneedecke auf dem Radweg. So ist die Gefahr eines Sturzes verringert.
  • Lenken auf Glatteis: Auf einer mit Eis bedeckten Straße sollte man Lenkbewegungen vermeiden, um mit dem Rad nicht ins Rutschen zu geraten. Ebenso sollte man sich, statt zu bremsen, lieber ausrollen lassen.
  • Luftdruck verringern: Um bei kaltem Wetter mehr Halt auf glatten Straßen und Radwegen zu haben, sollte man den Luftdruck in den Fahrradreifen in der dunklen Jahreszeit etwas verringern. Durch die breiteren Reifen entsteht eine größere Auflagefläche.
  • Sattel absenken: Bei sehr schlechten Bedingungen ist es manchmal auch hilfreich, den Sattel etwas tiefer zu schrauben. So können die Füße in einer Gefahrensituation schneller den Boden erreichen. Aber Achtung: Zu lange sollte man nicht mit abgesenktem Sattel fahren, da die dadurch entstehende Körperhaltung schlecht für die Knie sein kann.
  • Auch tagsüber Licht: Durch schlechtes Wetter und Regen sind Radfahrer auch bei Tageslicht im Winter schlecht sichtbar – denn so hell wie im Sommer wird es dann oft nicht. Deshalb sollte das Licht in der kalten Jahreszeit immer an sein.

Mit welcher Ausrüstung kann ich mein Fahrrad winterfest machen?

Winterreifen

Gegen die Gefahren des Radfahrens im Winter kann man das Fahrrad entsprechend aufrüsten. Winterreifen gibt es beispielsweise keineswegs nur für Autos – auch für Räder sind entsprechende Reifen erhältlich. Eine Pflicht zum Aufziehen von Winterreifen gibt es bei einem Fahrrad jedoch nicht. Die Winter-Fahrradreifen bestehen aus einer speziellen Gummimischung und haben besondere Lamellenprofile, die für besseren Halt auf rutschigem Untergrund sorgen.

Tipp: Auch bei einem Rennrad lohnt sich ein Reifenwechsel im Winter. Hier hilft ein stark profilierter Reifen, in den kein Split eindringen kann. Dadurch wird die Unfallgefahr mit dem Rennrad verringert.

Spike-Reifen

Eine andere Reifen-Alternative für das Fahrrad sind die sogenannten Spike-Reifen. Im Gegensatz zu Autos dürfen diese bei Rädern genutzt werden, da sie die Straße nicht beschädigen. Spikes (Metallstifte) geben beim Fahren auf Eis oder festgefahrenem Schnee mehr Sicherheit. Reifen mit Spikes empfehlen sich vor allem bei besonders winterlichen Verhältnissen.
Tipp: Gerade bei Mountainbikes ist es hilfreich, beim Vorderrad für eine bessere Kontrollierbarkeit auf Reifen mit vielen (bis zu 240) Spikes zu achten. Beim Hinterrad des Mountainbikes reichen auch weniger Spikes.

Achtung: Bei S-Pedelecs sind diese Reifen nicht zugelassen, da diese Bikes als Kleinkrafträder eingestuft sind.

Schutzbleche

Einfache Trekking- und Cityfahrräder besitzen meist schon Schutzbleche – im Gegensatz zu beispielsweise Mountainbikes oder Crossrädern. Vor allem bei Regen und Schnee im Winter sind passende Schutzbleche jedoch eine große Hilfe, um beim Fahren halbwegs sauber zu bleiben. Sollte Ihr Fahrrad noch kein Schutzblech haben, lohnt es sich, sich schlau zu machen: Denn es gibt für fast jede Größe und jeden Fahrradtyp passende Schutzbleche sowohl zum Anklicken als auch zum Anschrauben.

Extra-Tipp fürs E-Bike: Schutzhülle für den Akku

Ist man mit einem E-Bike bei kalten Temperaturen unterwegs, hilft es, den Akku im Winter mit einer Hülle aus Neopren zu schützen. Damit sorgt man für eine längere Leistung des Akkus. Außerdem sollte der Akku bei längerer Standzeit ausgebaut werden, damit dieser bei Kälte nicht beschädigt wird.

Wenn Sie im Winter nicht viel mit dem E-Bike unterwegs sind, sollten Sie bei der Lagerung den Akku zwischen 50 und 80 Prozent geladen haben. Lagert der Akku länger als drei Monate, empfiehlt es sich, den Ladezustand zu kontrollieren.

Wie pflege ich mein Rad im Winter?

Damit Sie mit Ihrem Fahrrad gut durch die kalte Jahreszeit kommen, sollten Sie es gut pflegen.

Vor allem die Fahrradkette wird durch Schnee, Salz und Matsch stark angegriffen. Deshalb sollte diese fast täglich gepflegt und geschmiert werden.

Auch der Rest des Fahrrads sollte häufiger nach dem Fahren gereinigt werden als im Sommer. Das Streusalz setzt dem Fahrrad ansonsten stark zu. Vorsorglich kann es beispielsweise mit Silikon oder Spritzwachs behandelt werden, um es besser vor den winterlichen Bedingungen zu schützen.

Auch die Bremsen und die Beleuchtung sollten regelmäßig kontrolliert werden, sodass Sie den gesamten Winter über ein verkehrssicheres Fahrrad haben. Ist die Bremse kaputt, kann es mit dem Fahrrad auf glatten Straßen und Radwegen, Schnee oder Eis besonders gefährlich werden. Auch eine intakte Beleuchtung am Fahrrad ist wichtig, denn im Winter wird es früh dunkel und man ist beim Radfahren ansonsten oft schlecht zu sehen.

Auch bei der besten Pflege, kann es zu Verschleißschäden beim Fahrrad kommen. Gerade E-Bikes sind mit der ergänzenden Technik anfällig für Elektronikschäden bspw. durch Nässe oder Kälte. Hier kann sich eine zusätzliche Absicherung mit einer entsprechend Versicherung lohnen.

Welche Kleidung eignet sich zum Radfahren im Winter?

Ist im Winter eine (längere) Fahrradfahrt geplant, sollten Sie vorher die richtige Kleidung fürs Fahrradfahren bei niedrigen Temperaturen wählen. Bei Nässe, Kälte, Schnee und Wind ist es besonders wichtig, beim Radfahren unter der Kleidung warm und trocken zu bleiben.

Die richtige Wahl von Jacke und Hose

Bei der Wahl der Jacke ist es wichtig, dass sie nicht zu dick und zu warm ist – stattdessen sollten Sie lieber auf mehrere Schichten übereinander setzen. Die altbekannte Zwiebeltechnik hat direkt mehrere Vorteile: Sie können von Tag zu Tag die passende Kleidung auswählen, je nachdem, wie kalt es draußen ist und wie lange Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind. Auch, wenn Sie auf einer längeren Tour sind, können Sie die Kleidung unterwegs an das Wetter anpassen. Außerdem können Sie die einzelnen Schichten das ganze Jahr über zusätzlich tragen.

Die oberste Jacke sollte Schutz vor Wind und Wasser bieten – je nach Temperatur sollten zusätzlich eine oder zwei Isolationsschichten dazu kommen. Die unteren Schichten sind im besten Fall wärmend, aber atmungsaktiv sein.

Auch für die Beine gibt besondere Funktionsunterwäsche sowie warme Hosen, die für die Fahrt mit dem Rad gemacht sind. Diese schützen beispielsweise besonders vor Wind und Auskühlung der Beine. Zudem können sie eine besondere Imprägnierung haben, so dass sie auch gegen Nässe helfen.

Wichtig: Achten Sie zu Ihrer Sicherheit besonders im Winter auf helle Kleidung, damit Sie auf dem Fahrrad für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sind.

Tipps für sonstige Winterkleidung

Auch gegen kalte Füße beim Radfahren können Sie etwas tun: mit speziellen Überschuhen. Diese Überschuhe ziehen Sie einfach über Ihr normales Schuhwerk. Damit schützen Sie Ihre Füße vor Nässe, Regen und Dreck. Durch solche Überschuhe haben Sie zudem warme Füße und sie verhindern beim Fahrradfahren das Auskühlen durch den Wind.

Gegen kalte Hände können Sie sich mit verschiedenen Handschuhen schützen – auch hier gibt es wasserdichte, windabweisende oder besonders warme Modelle. Bei der Wahl der Handschuhe sollten Sie auf Greiffähigkeit achten, sie sollten also nicht zu dick sein.

Zudem gibt es beispielsweise noch Arm- und Beinlinge, also eine Art Überzug, den Sie unter Ihre Kleidung ziehen können, wenn es besonders kalt ist oder Sie schnell frieren.

Sichtbarkeit durch Reflektoren

Neben der Wahl von heller Kleidung sollten Sie auch von Reflektoren Gebrauch machen, um die Sichtbarkeit nochmals zu erhöhen. Reflektoren an Armen und Beinen helfen anderen Verkehrsteilnehmern, Sie besser sehen zu können. Es gibt auch bereits Bekleidung, in die Reflektoren integriert sind.

Tipp: Das Überziehen einer Warnweste ist bei einer Fahrt im Dunkeln besonders ratsam, da dadurch Ihre Sichtbarkeit für andere nochmal stark erhöht wird.

Wie gesund ist Radfahren im Winter?

In der Kälte Fahrrad fahren – ist das überhaupt gesund? Die Antwort lautet grundsätzlich: Ja!

Denn beim Radfahren wird unser Organismus abgehärtet und das Immunsystem gestärkt. Durch die Kälte- und Wärmereize hat das Radfahren im Winter den gleichen Effekt wie ein Saunabesuch. Fährt man auch im Winter Rad, reduziert man das Infektionsrisiko, denn eine Erkältung holt man sich nicht durch kalte Luft, sondern durch Viren und Bakterien, beispielsweise in Bussen oder Bahnen.

Sie sollten beim Fahrradfahren in der Kälte trotzdem auf Ihre Gesundheit achten und Ihr Immunsystem nicht überlasten. Die Belastung sollten Sie im Winter etwas reduzieren, da der Körper mehr Energie verbraucht, um die Temperatur zu regulieren. Zudem atmen wir bei stärkerer Belastung durch den Mund. Die kalte Luft gelangt also, ohne durch die Nase vorgewärmt zu sein, in unseren Körper. Das kann zu Reizhusten führen.

Außerdem gilt auch im Winter: genügend trinken! Da über die Atmung viel Feuchtigkeit verloren geht.
Beachten Sie diese Tipps, steht einer schönen Runde mit dem Bike jedoch nichts im Wege!

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